Weiltal-Marathon – Ein Lauf mit Höhen und Tiefen

Ein Marathon mehr auf meiner Liste, auf den ich zurück blicken kann. Und ja, was soll ich sagen. Was bleibt sind die Erinnerungen. Schöne aber auch nicht so schöne. Aber erst einmal der Reihe nach.

Es ist Sonntag Morgen. 6h. Ganz schön früh für so einen freien Tag. Aber wir wollen heute Marathon laufen. Zum ersten Mal bin ich null aufgeregt. Keine Gedanken kreisen, wie es wohl laufen wird. Kein „Ich muss noch was essen“ oder „Was ziehe ich an“ oder „Hab ich an alles gedacht?“. Warum? Wahrscheinlich weil es ja „nur“ ein Trainingslauf ist. Ob ich mir jetzt zu Hause Frühstück mache und dann laufen gehe, oder bei einer Veranstaltung laufe, bleibt sich gleich.
Gesagt, getan. Also ab nach Weilburg. Dort ging es zum Ziel, denn die Strecke verläuft nicht in einem Rundkurs und zum Start kommen wir mit dem Shuttle-Bus. Es war mit 2 Grad recht kalt. Auf der Fahrt durch die Dörfer zum Start, konnten wir den ein oder anderen Autofahrer sehen, der seine Scheibe frei kratzen musste. „Was ein Glück haben wir lange Sachen dabei“, dachte ich mir so.
Am Start war alles recht gut strukturiert. Startnummernausgabe ging flott und auch sonst war es echt gut organisiert bis dahin. In der Halle trafen wird dann Sebastian, der sich spontan noch nachgemeldet hatte. Denn er trainiert auch wie wir für den Rennsteiglauf. Kurz gequatscht und dann schon ab zum Start vor der Halle.
Dort fielen mir doch ein paar Läufer auf, die in kurzen Klamotten an den Start gingen. Naja, jeder wie er es braucht. Denn die sind definitiv schneller als ich unterwegs.
Vom Start weg dann ging es auf die recht hügelige Strecke. Ich hatte vorher mal geschaut und gesehen, dass es zwar insgesamt knapp 300m nach unten ging, jedoch zwischendurch immer mal ein paar kleinere Anstiege dabei sind. Nichts desto trotz lief es echt gut. Die Stimmung passte, das Wetter war gut und die Schuhe waren echt bequem. So liefen wir die ersten 5km bis zur ersten Verpflegung recht flott dahin. Die Getränke an der ersten „Rast“ waren aufgrund der Umgebungstemperaturen doch recht kalt, aber das war zu verschmerzen. Doch wollten wir sie auch nicht auslassen, denn nun folgte eine etwas größere Steigung. Da wir ja nicht auf Titel aus waren und wir ja eigentlich nur im Training sind, gönnten wir uns den Anstieg zügig zu gehen. Und wir stellten fest das wir nicht die einzigen waren. Darauf folgten wieder Abstiege.


Alles in allem verlief es echt gut. Jedoch fingen ab Km 18 ca. die Problemchen an. Die Schuhe, in denen ich mich sehr Wohl fühlte, rieben an der Achillessehne etwas, was dazu führte, dass ich an der nächsten Verpflegungsstation vom Sani-Team mit Pflaster ausgestattet wurde, um nicht komplett wund zu laufen. Schnell war auch der Übeltäter gefunden. Ich habe meine neuen INOV’s mit Yank’s Schnürsenkeln versehen. Das sind Gummibänder die anstelle der Schnürsenkel genutzt werden, damit man die Schuhe nicht mehr binden muss. Naja, und die waren wohl ein klein wenig zu fest eingestellt. Doch jetzt alles neu schnüren würde zu lange dauern. Also weiter geht’s.


Die Strecke wurde etwas flacher und auch die Km auf dem Wegweiser Richtung Weilburg wurde auch immer weniger. Das Läuferfeld wurde immer lichter und so wurde es auch ruhiger um uns, was doch dem Trainingslauf sehr nahe kam.
Was leider nicht besser wurde, waren die Schuhe. Denn wer schon einmal länger gelaufen ist, weiss, wie sehr die Füße anschwellen können. Und so merkte ich, das trotz gutem Einlaufen, die Schuhe immer enger wurden. Oder eben die Füße größer. Aber umkehren und aufgeben ist keiner Option mehr. Das Ziel liegt vor uns. Und so zogen sich die letzten Km zwar und man musste echt beißen, doch lockte die Couch zu Hause doch echt extrem.


So passierten wir das Ortsschild von Weilburg und der Zielbogen war doch recht schnell in Sicht. Einen Wermutstropfen gab es allerdings. Denn gerade angekommen und glücklich über die erbrachte Leistung empfing man uns mit den Worten „Die Medaillen sind leider aus.“. Eine doch echt doofe Situation, die ihre Wirkung hinterlässt. NEIN, ich laufe nicht um eine Medaille zu bekommen, dennoch ist es ein krönender Abschluss und Honorierung für das, was man getan hat.
Aber was soll’s. Wir sind gesund und haben einen schönen Vormittag an der frischen Luft verbracht. Das kann nicht jeder behaupten.

Ich muss sagen, dass die langen Läufe ihren eigenen Charme haben. Entweder man liebt sie oder man haßt sie. Und dieses Gefühl kann von jetzt auf gleich umschwenken. Und sich damit während dem Lauf auseinander zu setzen, ist immer wieder eine Herausforderung. Und das hört nie auf.

6 Gedanken zu “Weiltal-Marathon – Ein Lauf mit Höhen und Tiefen

  1. Glückwunsch
    Schade das keine Medaille euch im Ziel erwartete,
    Ich selbst gehörte zu einen der „jeder wie er es will“ kurzTräger Fraktion 🙂
    Am Anfang war es recht kalt, es ist Frühling da trage ich kurz, aber wie du es auch erwähntest war ich zügiger unterwegs und es war genau die Richtige Entscheidung.
    Hätte ich den Newsletter mal eher gelesen hätte ich mal auf dich geachtet.
    Gute Regeneration, danke für den Bericht
    Grüße Benny

    Gefällt 1 Person

  2. Frauchen gehört zur „lange-Hosen-Fraktion“ und wundert sich immer, wie Läufer bei 2 Grad am Start stehen können oder laufen in kurz – mit steifgefrorenen blauen Beinchen geht bei ihr nix mehr 😉 Schön, dass es noch mehr Gleichgesinnte gibt! Gute Leistung, mit wehen Füßen, und dem lockenden Sofa durchzuhalten. Gut gemacht. 🙂

    Gefällt 1 Person

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