Alle Beiträge von Running Firefighter

Wenn wir alle von Herzen das tun und geben was uns möglich, dann wird unsere Welt jeden Tag ein wenig besser.

Ein Lebenszeichen

Wahnsinn.
Was soll ich sagen. Hier im Blog ist es seit einiger Zeit echt ruhig geworden. Ja. Aber diese Zeit braucht es zeitweise. Zeit der Entwicklung. Zeit des Umbruchs. Zeit für was neues.
Viel ist passiert im vergangenen Jahr. Und heute möchte ich euch ein wenig daran teil haben lassen.

Der letzte Beitrag galt den Feuerwehr-Wettkämpfen. Und auch denen bin ich weiterhin treu geblieben. Aber auch den Läufen. Denn ein Runningfirefighter läuft nunmal. Aber alles im letzten Jahr etwas ruhiger als gewohnt. Die Prioritäten die wir alle nunmal haben verschieben sich von Zeit zu Zeit. Und so auch bei mir bzw. uns. Ja, es gibt ein UNS. Nicht nur das wir seit Ende des Jahres den gemeinsamen Weg der Ehe gehen, sonder auch das jetzt ein Little-Runningfirefighter mit uns die Trainingsläufe teilt.
WOW. das sind jetzt mal viele Neuigkeiten. Aber wer mir auf den anderen Sozialen-Medien folgt, weiss eigentlich darüber schon bescheid.

Aber das ist ja nicht alles. Sondern für so eine kleine Familie braucht man ja auch das richtige Nest. Und so galt der Großteil des Jahres dem Aus-, und Umbau des neuen Familiendomizils. Aber Mama hat kräftig mitgeholfen. Eine richtige Mama eben. Überlässt nichts dem Zufall. Sondern packt auch, sofern es die Schwangerschaft und die Bauherren zulassen, voll mit an. Und so können wir jetzt uns voll und ganz dem Erziehen des kleinen Minime’s widmen.

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Natürlich waren wir auch sportlich unterwegs. Der Bruchköbler Stadtlauf ist fast schon zur Pflicht geworden. Und es macht Spaß auch die anderen für das eigene Projekt und die Leidenschaft zu begeistern. Und dazu kam in diesem Jahr noch, das ein Teil der Kids der Jugendfeuerwehr geehrt wurden für ihr Bereitschaft sind für andere einzusetzen. Eine echt klasse Anerkennung.
Den Rennsteig mussten wir allerdings aufgrund der Tatsache das ich so null zum Laufen kam, und die Mama eben Mama war, absagen. Aber nichts desto trotz haben wir uns es nicht nehmen lassen das Gefühl Rennsteig live zu erleben. Also ging es zur mega Kloßparty in Oberhof, die einzigartige Atmosphäre und am nächsten Tag das schönste Ziel der Welt. Und wer nicht da gewesen ist wird es leider nicht verstehen. Es klingt immer nach so einem echt alten Spruch. Aber wer es ein, zwei, oder drei mal erlebt hat, der weiss es eben. Das schönste Ziel der Welt steht eben in Schmiedefeld. Und darum stand auch vor Ort schon fest: Im nächsten Jahr sind wir definitiv wieder dabei. Und somit auch ein kleiner Spoiler: Dieses Jahr sind Katrin und ich am Start und wir laufen wieder Halbmarathon.
Ich muss schon sagen, das nach einem Jahr Pause für mich und dem schwanger und Mama sein für Katrin, ist es nicht einfach wieder reinzufinden. Viele haben gesagt das es echt schwer werden wird. Aber das spornt uns nur noch mehr an. Und wenn alles klappt so wie es soll, dann ziehen wir es auch durch. Mit Baby kann man das eben nicht immer zu 100% sagen. Und wer selbst Kinder hat weiss das auch. Aber der Plan steht. und das Training läuft.

Aber auch die mit der Wettkampfgruppe geht es weiter. Und das recht gut. Die Gruppe wird immer größer und die Jungs sind echt engagiert. Wir haben auch hier wieder einiges vor. Auch wenn es dieses Jahr nicht einfach wird. Denn die organisatorischen Umstände machen es notwendig das wir eben alles etwas flexibler sein müssen. Aber mit der Gruppe wird das klappen.
Das schöne ist auch, das sich mehr und mehr Gruppen aus dem Umkreis sich bei uns melden um mit uns zu trainieren.

Aber auch bei LaLeLu habe ich eine der größten Anerkennungen erhalten die ich mir vorstellen kann. Ich bin jetzt Botschafter des Vereins. Und das ist wirklich eine Ehre für mich. Natürlich ist das auch eine große Aufgabe für mich. Aber die weiß ich zu bewältigen.

Ich möchte jetzt langsam den Beitrag schließen. Aber nicht ohne ein klein wenig auf das aufmerksam zu machen auf das es wirklich ankommt.
Wir, die wir hier so sitzen und das gerade lesen können doch eigentlich froh sein gesund zu sein. Egal in welcher Einkommensschicht oder welche Herkunft wir haben. Wir können froh sein morgens aufzustehen und Menschen um uns zu haben die wir lieben und die uns lieben. Auch wenn nicht jeder jetzt sofort hier schreit und mit laut „genau“ zuruft. Aber JEDER hat solche Menschen um sich. Und genau das können wir wieder geben. Denn der hat Fähigkeiten andere Menschen glücklich zu machen. Ich habe es mir zum einem mit meinem Beruf zur Aufgabe gemacht, und zum anderen für den Verein Spenden zu sammeln um die Menschen zu unterstützen die ihre Fähigkeiten im Verein einbringen.

Ich möchte es Euch ebenso ans Herz legen. Lasst es uns gemeinsam tun. Jeder ein kleines Stück. Gemeinsam für Andere da zu sein.

Das Feuerwehr-Wettkampfjahr 2017 – Teil 1

Heute möchte ich mal die Feuerwehrwettkämpfe in diesem Jahr ein wenig Revue passieren lassen.

Das was mich am meisten beeindruckt hat dieses Jahr, war ein Spruch den Thomas  alias „Opa“, dem Vater der EurOPAs-Challenge in Hardegsen: Together Strong.  Das ist es, was Feuerwehr ausmacht.  Der Zusammenhalt.  Die Gemeinschaft. Das Vertrauen.  Ich habe ja auch oft den Blick hinter die Kulissen gewagt. Und ich muss sagen, so ein Event oder eben Wettkampf auf die Beine zu stellen ist echt nicht einfach. Mal eben eine Challenge ausrichten sagt sich zwar einfach, aber ist ein Prozess langer schlafloser Nächte und vieler Telefonate. Und vor allem ohne die Unterstützung von vielen Helfern im Hintergrund nicht realisierbar. Auch wenn nicht jeder Veranstalter und jeder Helfer dieses Beitrag lesen wird, möchte ich dennoch einmal ein ganz ganz großes DANKE los werden.

Nun möchte ich aber mal zu den einzelnen Wettkämpfen von diesem Jahr kommen.  Begonnen hat alles im Mai mit dem Stairrun in Berlin. Einen ausführlichen Bericht dazu habe ich ja schon geschrieben. Nachlesen könnt ihr hier. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es immer wieder eine mega Veranstaltung ist, die Martin mit seinem Team da auf die Beine stellt. Ich war ja jetzt zum dritten Mal dabei und es hat sich nichts verändert. Der Charme und das Gefühl im ganzen Block dort einzulaufen, in Begleitung der Dudelsack-Spieler, erzeugt bei mir auch jetzt noch Gänsehaut. Ich hoffe, dass ich im kommenden Jahr wieder antreten kann. So schnell wie dort die Startplätze weg sind, ist der absolute Wahnsinn. 300 Plätze in 1:45min. Auch da gehört immer wieder etwas Glück dazu (und ne schnelle Internetverbindung).

Als nächstes Stand Anfang Juni der TFA (Toughest Firefighter Alive) in Mönchengladbach auf dem Plan. Einer, der wie ich finde, härtesten Wettkämpfe überhaupt. In insgesamt 4 Stationen werden alle mögliche Szenarien „abgearbeitet“, die es so in einem Feuerwehreinsatz gibt.

Die Anreise am Freitag war recht entspannt. Die Ankunft im Hotel ebenso. So konnten wir uns auch zeitnah um das Abendessen kümmern. Die Wahl viel schnell auf Pizza, denn die Kohlehydrate – Speicher müssen ja gefüllt werden.

Am nächsten Morgen waren wir schon recht früh am Wettkampfort, um die Startnummer zu holen. Zunächst standen die Einzelläufe auf dem Plan. Unser Staffellauf war für den Nachmittag terminiert.

Schon von Beginn an wirst du an den einzelnen Stationen voll gefordert. An Station eins werden zwei B-Leitungen gezogen, in voller Ausrüstung und angeschlossenem Atemschutz.  Anschließend müssen noch zwei B-Schläuche gerollt werden. Im einzelnen hört es sich eigentlich nicht sooooooo schlimm an. Doch die Schläuche ziehen an einem mit voller Kraft. Und danach kontrolliert die Schläuche zu rollen ist auch nicht so einfach. Wenn man das bewältigt hat, endet Station Eins und die Zeit stoppt. Man hat einen Moment zum Ausruhen. Mit Beginn des Wettkampfes an Station Eins, ist der Start an Station Zwei nach exakt 10min. Ebenso an den folgenden Stationen.
Das Zeitlimit beträgt pro Station 4 Minuten pro Aktivität. Bleiben also 6 Minuten zum wechseln der Station und zum Durchatmen.

Station Zwei ist schon mit einer der Königsdisziplinen. Hier wird ein 80 kg Gewicht auf der Kaiser Force mit dem Hammer nach hinten geschlagen. Als nächstes muss ein 20 kg  Kanister durch Röhren getragen werden. Und danach kommt der allseits beliebte „Mr. RESCUE RANDY“. Randy ist eine 80 kg schwere und insich steife Puppe, die über eine Strecke von 48m gezogen werden muss. Eine Tortur kann ich euch sagen. Und als wäre es noch nicht genug, muß daraufhin noch eine 3m hohe Eskaladierwand bezwungen werden.  Doch ich muss erhrlich zugeben, dass für mich bei Randy Schluss war, weil ich über dem Zeitlimit war. Was ehrlichererweise schon an mir genagt hat. Denn zu scheitern ist nie schön. Vor allem wenn man weiß das noch zwei Stationen auf einen warten.

Station Drei war, in Anbetracht der Tatsache das ich ja eine kleine Niederlage hinnehmen musste, eine Station an der ich wirklich alles geben wollte. Scheitern stand nicht mehr zur Debatte. Also ab zum Start. Mein Gegner war ja auch der Gleiche wie zuvor. Kühlen und trinken war angesagt. Denn jetzt werden die Arme gebraucht.
DSC_0191Vom Start weg mussten wir eine Leiter anstellen. Zwei Steckleiterteile sind hierfür zusammengesteckt, die man hochnehmen und an die Wand stellen musste. Als nächstes müssen zwei Kanister mit je 20 kg in der dritten Stock getragen werden. Danach dann ein 20 kg Schlauchpacket an der Leine hochziehen. Natürlich müssen die Kanister wieder nach unten. Und zu guter Letzt wird an ein B-Strahlrohr noch ein Mundstück aufgeschraubt. WOW. Die Arme und Finger brennen danach wirklich. Das kann ich euch sagen. Aber das dürfen sie. Denn die werden jetzt an der nächsten Station nicht mehr gebraucht. Zum Glück.

Station Vier ist eigentlich nur Treppen laufen. Eigentlich ist dabei aber ein schönes Füllwort. Denn man bekommt andere Atemschutzgeräte. Keine leichten, sondern die schweren Stahlflaschen. Zu bezwingen sind hier 15 Stockwerke. Der Treppenraum ist anders als gewohnt. Die Stufen höher, das Geländern steiler. Und dazu kommen noch die drei vorherigen Stationen, die man schon in den Beinen hat. Man zählt nicht mehr die Stockwerke sondern die Stufen. Eine Tortur nach alle dem. Aber das Ziel ist nahe. Danach ist es vorbei. Nur noch einmal durchziehen. Alles mobilisieren und weiter gehts. Die Rufe der Kollegen hallen durch den Treppenraum. Sie geben alles. Und dann ist es da, das Ziel.  Eine wahnsinnige, geniale aber auch nervenaufreibende Erfahrung.

Ich war froh, es geschafft zu haben.  Ok, mit einem kleinen Rückschlag an Station zwei. Gut, aber das sind Erfahrungen die man macht. Und ein Ansporn für nächstes Jahr eben mehr zu machen und mehr zu trainieren.

Fortsetzung folgt ……

Frankfurt Marathon 2017

Ein sportliches Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Aber was liegt da näher als genau dieses Jahr mit einem mega Highlight abzuschließen. Und eines der größten Events ist nunmal der Frankfurt Marathon.

Geplant war es eigentlich schon länger dort teilzunehmen. Und eigentlich wollten wir auch nur unsere Botschaft übermitteln: Eben laufend gutes tun. Eigentlich. Aber wie es eben nunmal so ist, wenn man noch lange Zeit hat bis solch ein Lauf startet. Es fallen einem ganz ganz viele Dinge ein. Und das Kleine beginnt zu wachsen.

Begonnen hat es, dass Stefan mich fragte, ob ich, wie die Jahre zuvor, mal fragen könnte ob es wieder möglich ist ein Auto zu bekommen. Stefan ist seit 4 Jahren dabei und läuft in Uniform in einer Staffel den Frankfurt Marathon. Wir kennen uns seit der Feuerwehrdeutschlandtour. Und wie wir da so im Gespräch sind, kommt mir der Gedanke: Warum laufen wir da nicht auch mal mit. Gesagt getan und recht schnell war auch eine Staffel zusammen gestellt. Ein Team aus unserer Wettkampfgruppe Frankfurt. So gingen die Tage dahin und die Planungen wegen einem fahrbaren Untersatz ebenso. Drei Staffeln sollten es werden. Da reicht ein Auto nicht. Aber wir sind ja bei der Feuerwehr. Da sollte das doch möglich sein.
Ein paar Wochen vor dem Marathon stolperte ich über Frank und seine Jungs auf Facebook. Frank lief ja mit mir in Bruchköbel beim Stadtlauf. Die vier hatten einen Startplatz gewonnen und waren somit ebenfalls am Start. Wahnsinn. 4 Staffeln. 16 Feuerwehrläufer. Das macht Eindruck. Ein kleiner Anflug von Gänsehaut machte sich jetzt schon breit. Und so stiegen wir alle in unsere Planungen ein. Jeder so ein wenig für sich aber trotzdem wir drei gemeinsam für unsere Teams.
Ich rührte die Werbetrommel was das Zeug hielt. Erkundigte mich bei Zeitungen. Jedoch war da das Interesse nicht ganz so groß, wie erwartet. Einzig und allein Tim Lauth, den ich am Sommerrauschenfestival kennen lernen durfte, bot mir an in seine Sendung zu kommen. Tim ist unteranderem Moderator bei Antenne Frankfurt. Und das ist für mich persönlich schon echt ein Highlight. Ich war ja noch nie beim Radio. OK, man hört es den ganzen Tag. Aber so selbst am Mikro stehen und da rein sprechen, so das es ALLE hören können? Ne, das konnte ich mir nicht vorstellen.IMG_2239
Aber der Tag war da, und ich fand mich am Steuer meines Autos auf dem Weg zum Sender wieder. Dort angekommen war der erste Eindruck von außen doch recht unscheinbar. Doch im Gebäude angekommen war es dann, neben den Büros der Redakteure, ein doch recht anschauliches Studio. OK, ich habe jetzt keinen Vergleich. Aber so habe ich es mir schon vorgestellt. Ich wurde herzlich begrüßt und lernte so auch mal die Menschen hinter den Stimmen kennen. Nach einem kurzen Rundgang führte mich Tim auch schon in die Welt des Radiosendens ein. Und zack, war ich auf Sendung. Tut garnicht weh. Wer sich ein Bild machen möchte, davon wie es so war, kann sich gerne auf meiner Facebookseite umsehen. Eine ganze Stunde durfte ich immer wieder auf Sendung sein um von mir, meinem aber auch dem großen Projekt mit den Jungs beim Frankfurt Marathon berichten.

Die Zeit zum Lauf verging im Flug und die Vorbereitungen liefen. Bis eines Tages Frank mich mit einer Bitte ansprach. Er und seine Jungs hatten ja an diesem Verlosung teilgenommen. Veranstalter hier waren der Hauptsponsor des Staffelmarathons in Verbindung mit der Seite laufen.de. Ja und jetzt wollen eben diese beiden einen Imagefilm darüber drehen, warum man eben in Feuerwehruniform bei einem Marathon an den Start geht. Was liegt da nahe, einen Teil davon auf einer Feuerwache zu drehen. Und schon war ich wieder im Spiel. Also war es jetzt meine Aufgabe Genehmigungen einzuholen, Absprachen zu treffen und das Konzept mit den Zuständigen abzustimmen. Alles garnicht so einfach so kurz vor dem Lauf. Denn viel Zeit blieb uns nicht mehr. Aber wir wären ja nicht beider Feuerwehr, wenn wir das nicht meistern könnten.
So trafen wir und mit einer kleinen Auswahl auf meiner Feuerwache zum Video- und Interviewdreh. Einen heiden Spaß hatten wir in der ganzen Truppe. Die beiden ital. Kameramänner waren auf Zack und verstanden ihr Handwerk. Und so verging die Zeit wie im Flug.

 

Und so hieß es dann auch bald wieder Abschied nehmen, denn am nächsten Tag war ja auch schon unser Lauf.

Die Nervosität stieg schon, denn 16 Läufer unter einen Hut bekommen ist nicht einfach. Das habe ich damals schon beim Stadtlauf festgestellt. OK, wir wollten nicht alle die gesamte Strecke laufen. Aber dazu später mehr.

 

Es ist Sonntag Morgen. Der Tag des Marathon. Wie immer an solchen Veranstaltungen schlafe ich davor nicht so entspannt. Warum auch immer. Aber man ist doch schon ein wenig angespannt. Ist es Respekt vor der Aufgabe? Ist es die Sorge um die Organisation ob alles glatt geht? Das jemand sich verletzt? Ich bin nicht für jeden verantwortlich. Und auch bin ich nicht derjenige, der alles in die Wege geleitet und organisiert hat. Aber ich bin eben auch nicht einfach nur ein Mitläufer. Und ich will das es gut wird. Wie immer eben.
Jetzt heisst es: Sachen packen und los geht’s. Treffpunkt ist 8h an der Feuerwache. Dort angekommen treffen so nach und nach die anderen ein. Man begrüßt sich wie es eben so ist, in der großen Familie Feuerwehr. Man versteht sich, auch wenn man sich nicht kennt. Denn schließlich haben wir alle das gleiche Ziel.
Wir, die Wettkampfgruppe Frankfurt, sind ja nunmal das erste mal mit dabei. Aber nicht weniger stolz darauf ein Teil des großen ganzen zu sein. So arbeiteten wir auch alle Hand und Hand, wie es um die Planung der Fahrten zu den einzelnen Wechselpunkten ging. Denn alle Läufer zu den einzelnen Punkten zu bringen, ist bei solch einem großen Marathon nicht ganz so einfach. Aber Ortskenntnis ist eben durch nichts zu ersetzten, ausser durch Ortskenntnis 🙂 Und so machten wir uns auf den Weg zu unserem Start.
Ich hatte die ehre mit den drei anderen Jungs Startläufer zu sein. Ein Erlebnis was wirklich eigentlich durch nichts zu topen ist. OK, ausser durch den Einlauf in die Festhalle. Aber dafür hatten wir uns schon was ausgedacht. Wir gingen also zum Start nachdem wir uns von allen anderen verabschiedet hatten. Die Nervosität stieg langsam, auch wenn es für mich nur knapp 13km werden sollten. Aber der Gang in den Startblock war schon aufregend. Naja, ich denke mal das lag an unserem doch etwas ausgefallenen Outfit. Und da ist es dann auch normal, dass man von überall fotografiert wird und für das ein oder andere Selfi her halten muss. Aber hey, dafür sind wir ja auch da.
Der Startschuss fiel und die Hand ging an die Uhr. Starten nicht vergessen. Und schon waren wir auf der Strecke. Aber zu Anfang war es garnicht so einfach zusammen zu laufen. Doch ich glaube das ist normal. Am Start ist es immer etwas enger, auch wenn die Straßen in Frankfurt recht groß sind. So zogen wir unsere Meter durch Frankfurts Gassen und wurden immer wieder von dem ein oder anderen bejubelt. Auch spontane Gespräche ergaben sich. Feuerwehrfrauen und Männer die sich zu erkennen gaben und uns Respekt zollten. Aber auch andere, die sich wirklich beeindruckt zeigten. Jedem der ein klein wenig Zeit mitbrachte erklärten wir, warum wir das tun. Und so verging die Zeit doch recht schnell und die Kilometer auf der Uhr wuchsen.
Doch auch bei mir gab es einen kleinen Einbruch, den ich zu Anfang garnicht so realisierte. In aller Euphorie liefen wir die ersten Kilometer zu schnell an. Und genau das rächte sich dann später. Immer wieder musste ich gehen, weil einfach die Kraft hinten raus fehlte. Ich hätte schon weiter laufen können, doch eben nur nicht in diesem Tempo. Aber wir sind ein Team und so zog der eine den anderen. Never give up. Und so biss ich mich nochmal durch und die letzten Meter zur Wechselzone noch zu schaffen. Mein Teil war erledigt. Und ab ging es für die nächste Truppe.
Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns auf den Weg in die letzte Wechselzone. Dort angekommen war das große Treiben noch recht groß. Aufgeregte Gesichter, weil sie gleich los laufen müssen. Erleichterte Gesichter, weil sie ihren Teil schon hinter sich haben. Läufer suchten ihre Staffelpartner. Aber alles in allem doch recht übersichtlich. Und wir reihten uns ebenfalls ein. Und warteten. Und warteten. Naja, man läuft eben nicht ganz so schnell mit Uniform. Und so geschah es, das sich das Läuferfeld dann doch bald lichtete, und wirklich nicht mehr so viele Läufer da waren als unsere Jungs dann ankamen. Aber auch der jetzt einsetzende leichte Regen konnte dem ganzen jetzt keinen Abbruch entlocken. Jetzt nur noch 13km und dann haben wir es geschafft. Ich schickte Katrin auf ihre Strecke und so auch die anderen drei Jungs.
Wir, der Rest der Truppe machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Unser Ziel: Kilometer 40. Von hier aus würden wir alle gemeinsam den Rest des Weges laufen. Alle gemeinsam für ein Projekt. OK, wir hatten ein paar kleine Ausfälle zu verzeichnen auf der bisherigen Strecke. Aber die drei Jungs wollten sich erst kurz vorm Ziel anschließen. Aber das sollte dem großen Ganzen ja nicht schaden.
Die letzten Meter über die Mainzer Landstrasse und dann über die Friedrich-Ebert-Anlage waren schon beeindruckend. Erst recht als wir uns dann in eine Zweierreihe formierten. Ein klasse Gefühl ein Teil dessen zu sein. Mir läuft es jetzt noch den Rücken runter wenn ich an die Meter in der Festhalle denke. Ein Auftritt der sich sehen lassen kann.

 

Alle, jeder einzelne, waren glücklich über seine, aber auch über die Leistung in der gesamten Gruppe.
Wir sind stolz darauf unsere Botschaft wieder einmal weiter getragen zu haben.

 

Ich danke jedem einzelnen der mit dabei war, mit geschwitzt hat, mit gelitten hat und seinen Teil dazu beigetragen hat, dass es zu dem geworden ist, was es am Ende war. Ich danke dem Team vom Marathon Frankfurt, für die mega Organisation.
Und eines kann ich Verspechen: Im nächsten Jahr werdet ihr wieder die Feuerwehr auf der Strecke haben.

Bruchköbler Stadtlauf und der Feuerwehrlauf in Frankfurt

Es ist geschafft !!
Eines der größten Events des Jahres liegt hinter mir. Erledigt. Aber so einfach abhaken??  Nein. Ich habe einen Moment gebraucht, um alles zu verdauen. Und nun sitze ich hier und schreibe mal alles auf.

Es fing eigentlich mit einer Idee an. Irgendwie fängt es ja immer mit einer Idee an.
Die war schon lange im Kopf. Also fing es an zu kreisen. Ich wohne in Bruchköbel. Und da gibt es einmal im Jahr einen Stadtlauf. Warum laufe ich nicht da mal in Uniform mit. Ich bin dort schon gelaufen. Kenne die 10km und die Halbmarathon Strecke. Nichts neues also. Und was liegt näher und ist besser, um auf sich und das Projekt aufmerksam zu machen, wenn man im eigenen Ort läuft. Richtig, nichts.
Denn der Plan war und ist ja immernoch, auch das Thema Feuerwehr in ein gutes Licht zu Rücken.  Es wird zwar gesagt, dass die Feuerwehr sportlich sein soll, ist aber irgendwie nicht immer so. Also fragte ich einfach mal bei den Feuerwehren der Stadt Bruchköbel an, ob Interesse besteht, mich bei dem Lauf zu begleiten. Ich war überrascht wie groß das Interesse war. Gesagt, getan. Die Planung schritt also voran. Es wurde eine Gruppe gründet um zusammen zu trainieren und sich schon mal kennenzulernen.

Eine Sache fiel mir aber recht schnell auf, inmitten der ganzen Planung. Genau am selben Tag findet auch der Polizei und Feuerwehrlauf in Frankfurt statt. Aber glücklicherweiße waren die beiden Starts so weit auseinander,  dass es möglich war an beiden zu starten. Also stand dem ganzen Projekt nun nichts mehr im Wege.

Wir trainierten gemeinsam. Jeder hatte ein anderes Fitnesslevel.  Der eine war vorher nur im Fußball aktiv, der andere ist schon mal gelaufen, was aber schon länger her war. Auch ein paar, die mit laufen so vorher noch gar nichts am Hut hatten waren dabei.
Aller Anfang ist schwer und so begannen wir langsam und gemütlich. Jeder sollte sich wohlfühlen. Denn schon von Anfang an machte ich klar, daß wir alles gemeinsam laufen und zusammenbleiben werden. Der Langsamste gibt das Tempo an, so fühlt sich jeder wohl und hat Spass dabei. Denn das soll es ja auch machen: Spaß und Freude daran anderen zu helfen.

Im Vorfeld lief aber auch ganz viel Pressearbeit. Denn nicht nur auf meinem Kanal sondern auch auf vielen anderen sozialen Medien wollten ich und die Feuerwehr auf die Aktion aufmerksam machen. Federführend dabei war Benjamin von B-Dienst, der ebenfalls Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bruchköbel ist und mitlaufen wollte. Wir drehten einen kleinen Trailer und fotografierten was das Zeug hielt. Auch in die Tageszeitungen sollte es kommen. So kam auch das Interview mit Sylvia zustande, die unter anderem auch Artikel für die heimische Presse schreibt.
Alles in allem recht viel Werbung für eine Aktion. Ok, ich kannte es ja schon von damals als ich mit den Jungs die Deutschlandtour lief. Aber diesmal ging es ja nur um mich und die Aktion der Running Firefighters. Doch schon was besonderes. Die Tage vergingen wie im Flug. Sponsoren wurden gesucht und wirklich viele Firmen beteiligten sich.

Eines der Highlights in der Vorbereitung sollte aber noch kommen. In Bruchköbel gibt’s ein paar Jungs,  die den Festivalcharakter in die Stadt holen wollten. Und so dazu kamen das „Sommerrauschen“ zu veranstalten. Eine Art kleine Oase in der Stadt, die auch Newcomer Bands eine Plattform bieten sollte. Die Jungs wurden in ihrer Vorbereitung auf mich aufmerksam und so gab es für mich die Möglichkeit mein Projekt vorzustellen. Das machte wirklich Spaß. Am Tag selbst hatte der Sommer aber wohl ein wenig Pause. Regen und Wind lösten sich immer mal wieder ab, dennoch konnten wir schöne Gespräche führen und den Menschen das Projekt näher bringen.

Foto by Sylivia Sehring
Foto by Sylivia Sehring

Die Tage bis zum Start wurden knapper und die Vorfreude stieg. Bis es dann soweit war. Morgens ging es schon recht los früh los nach Frankfurt. Der Start dort sollte um 10h sein. 10km lagen vor uns, das Startfeld war sehr übersichtlich.  Kurz nach dem  Startschuss war klar, dass wir die Strecke recht alleine laufen würden. Hier in Frankfurt begleiteten mich auch nur Katrin, Jenny und Fabian, der extra an dem Morgen knapp 200 km angereist war um mit uns an beiden Läufen zu laufen. Die Strecke kannte ich aus den Vorjahren und so war es entspannt. Zumal wir sowieso noch den zweiten Lauf im Hinterkopf hatten und unsere Kräfte einteilen wollten. Und so konnten wir nach 1h und 22Min die Ziellinie überschreiten. Glücklich und zufrieden wieder ein weiteres Zeichen gesetzt zu haben.

Bei Bratwurst und Cola warteten wir auf die Siegerehrung. Der Feuerwehrlauf ist einer in der hessichen Feuerwehrlaufserien, in der auch ein Meister gekührt wird. Wir hatten schon am Lauf in Roda teilgenommen, welcher der erste Teil der Serien ist. Hier konnten wir damals schon den 1. Platz der Hauptklasse belegen. Und so wurden also neben den Tagessiegern auch die Hessenmeister gekührt. Bei den Damen fiel der Sieg auf Katrin. Und über den Sieg bei den Herren durfte ich für mich freuen.  Eine Ehre für uns,  da wir das alles ja in Uniform absolviert hatten.

Glücklich, zufrieden und mit 10kg Nudeln im Gepäck machten wir uns auf den Weg nach Hause. Wir hatten ja noch was vor.

In Bruchköbel angekommen stieg die Nervosität dann doch schon merklich. Allein unser Auftreten in Uniform zog schon einige Blicke auf sich. Die Leute tuschelten und waren begeistert uns so zu sehen. Wir liefen zur Startnummernausgabe. Ganz schön großer Andrang. Ein wenig anders als am Morgen. Aber auch die Begeisterung der Veranstalter war riesig. Wir wurden herzlich begrüßt und kamen schnell ins Gespräch.  Auch mit dem ein oder anderen Läufer der uns nach dem Grund fragte für was und warum wir so laufen. Kurz darauf komplettierte sich die Gruppe durch die Feuerwehr Bruchköbel und Frank, den ich auf unserer Deutschlandtour im vergangenen Jahr kennenlernen durfte. Auch er nahm eine weite Anreise auf sich, um am Lauf teilzunehmen. Neben Fabian, der auch am Nachmittag mitlief, der zweite Läufer aus Franken.
Ein wahnsinns Gefühl welche Reichweite das alles schon hat.

So langsam rückte der Start immer näher. Wir formierten uns. 18 Feuerwehrleute. Wahnsinn. Im Vordergrund steht nach wie vor „Einigkeit und die Gute Sache“. So waren  nur noch ein paar Kleinigkeiten zu klären und dann konnte es losgehen. Die Spannung steigt und alle zählten den Countdown mit.  Der Startschuss fiel und die ersten Läufer machten sich auf den Weg. Wir hatten uns ganz am Ende eingereiht. Kurz nach allen anderen setzten wir uns auch in Bewegung. Die Begeisterung der Zuschauer war groß. Unter tosendem Applaus zogen wir unsere Meter durch die Straßen. Die Gruppe zusammenzuhalten war allerdings nicht ganz so einfach wie gedacht. Wo alle im Training noch recht entspannt waren, waren sie jetzt voller Euphorie, Adrenalin und angefeuert vom Applaus. Der ein oder andere musste schon gebremst werden. Ein paar Meter durch den Ort und dann wartete eine Runde im Wald auf uns. Am Waldrand angekommen gab es die erste Verpflegung.  Die Abkühlung tat wirklich schon gut. Aber wir wollen ja laufen und nicht rasten, also ging es relativ zügig weiter. Ab auf den Rundkurs durch den Wald. Aber auch hier war der Zusammenhalt wichtig. Die Gruppe wechselte durch und jeder lief mal vorne. Die Stimmung war wirklich gut. Und wir  waren auch bald wieder die Verpflegung angekommen. Jetzt hieß es nochmal alle Kräfte sammeln und den letzte  Kilometer gemeinsam durch Bruchköbels Straßen laufen.
Das Ziel in greifbarer Nähe. Und da war es dann auch schon. Das Ziel welches alle ersehnt hatten. In Zweierreihen gemeinsam durch den Bogen. GESCHAFFT.  Es ist geschafft. Das, worauf wir so lange hingearbeitet hatten war nun vorbei. Alle beglückwünschten sich und waren froh über ihre und die gemeinsame Leistung.

Foto by Sylivia Sehring

An der Siegerehrung gab es dann auch noch einmal die Möglichkeit allen anwesenden das Projekt vorzustellen (wofür ich mich bei den Verantwortlichen nochmal herzlich bedanken möchte). Auch im Hinblick auf das nächste Jahr waren alle begeistert und die Einladung wieder teilzunehmen steht.

Jetzt im Nachgang und mit ein wenig Abstand (ja, ich brauche in der letzten Zeit immer etwas länger um einen Artikel zu schreiben) bin ich froh über das was wir auf die Beine gestellt haben.  Ich freue mich auf die Zukunft und das was da noch kommt. Demnächst werde ich euch auch mal einen Stand geben, wie hoch der Spendenstand ist.
Ich weiß es selbst noch nicht, aber ich freue mich über jeden einzelnen Cent der für die Kinder zustande kommt.

Der Tiergartenlauf-Nürnberg

Es ist nicht einfach, doch ich muss zugeben, das ein Leben in der Öffentlichkeit nicht so ganz ohne ist. Ich spüre es langsam was das bedeutet. Nicht das man unter Beobachtung steht, denn das steht jeder Mensch. Als Person, die in der Öffentlichkeit steht, geht man auch Verpflichtungen ein. Es heißt ja auch, dass wenn man Gutes tut, man auch darüber reden soll. Zwar nicht so, das man prahlt, doch man berichtet was man so macht.
Aber unser Leben besteht nicht nur aus Internet, Web, Blog, Twitter, Facebook, Instagram und Co., sondern aus Persönlichkeit, Gefühlen, Empfindungen, Freude und Leid, Höhen und Tiefen.
So habe ich in den vergangenen Wochen festgestellt, das auch ab und zu Prioritäten gesetzt werden müssen.

Seit dem Rennsteiglauf ist viel passiert. Ich kann euch sagen, dass die Erfahrung, die ich aus dem Ultramarathon gewonnen habe, wirklich nicht zu unterschätzen ist.
Die Kraft und Arbeit die es braucht um einen Ultra zu bestreiten, war für mich ja neu. Ich habe mich vorbereitet, trainiert und Entbehrungen in Kauf genommen. Ich mache gerne Sport, das möchte ich betonen. Und das alles sogar freiwillig. Doch Ultra ist eben Ultra. Körperlich zu trainieren und sich vorzubereiten ist das eine. Doch die „Arbeit“ die während des Laufens im Kopf zu leisten ist, darf nicht unterschätzt werden.
Nach dem Lauf ging es mir gut. Wirklich gut. Glücklich über das geleistete. Doch die Tage danach war ich „müde“. Müde im Kopf. Die körperliche Müdigkeit kannte ich bereits. Das war nicht neu. Damit kann ich gut umgehen. Doch vom Kopf her müde zu sein war neu. Aber ich habe Menschen in meinem Umfeld die mich auch da auffangen. Und dafür bin ich mehr als dankbar. Menschen, die wissen was ich empfinde.
So habe ich die letzten Wochen auch mal ein wenig Abstand genommen vom Schreiben. Denn ich war nicht frei. Blockiert sozusagen. Aber ich habe nicht aufgehört Gutes zu tun.

So auch am Tiergartenlauf in Nürnberg, und davon möchte ich euch heute berichten.

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Wir fuhren am Morgen nach meinem Nachtdienst nach Nürnberg. Und die Vorfreude stieg so langsam merklich. Ich war ja noch nie in der Position eines Veranstalters. Ok, war ich in Wirklichkeit ja auch nicht. Doch ich konnte an Katrins Seite alles live miterleben was es bedeutet. So trafen wir gleich zu Anfang einen der Hauptsponsoren. Also war benehmen angesagt. Wobei dort wirklich alles locker verläuft. Da kenne ich ganz andere Meetings. Eine kurze Vorstellungsrunde durch die Büros und dann war der offizielle Teil auch schon rum. Beim Mittagessen plauderten wir über dies und das. Den ein oder anderen Lauf.
IMG_0511Und auch meine Projekte kamen kurz zur Sprache. Doch auch der nette Plausch hatte leider ein Ende. Denn die Arbeit ruft. Also machten wir uns auf zum Tiergarten.
Dort angekommen gab es doch noch einiges zu tun. Die Medaillen auspacken, Startunterlagen positionieren, die Starterbeutel ebenso, das später an der Eröffnung alle reibungslos verlaufen kann. Ich hatte mir auch noch etwas Arbeit mitgebracht. Die Uniform mit dem Patch vom Rennsteiglauf versehen. So schnappte ich mir Nadel und Faden und los. Aber ich wurde schon komisch beäugt. Ein Mann der näht scheint wohl doch wirklich ungewöhnlich zu sein.
Als die Startnummernausgabe begann, gingen Katrin und ich nach draussen um uns etwas die Strecke anzusehen, denn die soll es ja schon in sich haben. 66 Hm auf 3,3km. Das ist nicht ohne. An der Ausgabe war ja alles organisiert, also fehlten wir auch nicht. Die Wege waren geteert, und somit auch schön breit. Sodass sich später die vielen Läufer nicht in die Quere kommen würden. Wir trafen noch den ein oder anderen Mitarbeiter des Tiergartens, der eifrig dabei war die Strecke zu markieren. Aber abgesehen von dem ganzen Trubel konnten wir auch die Tierwelt etwas geniessen. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Doch all zu lange konnten wir uns auch nicht Zeit lassen. Denn die ersten Läufe standen an. Und mir kam am Vortag schon eine Idee, die sehr guten Anklang fand bei Katrin und ihrer Kollegin. Da ich nicht der einzige Feuerwehrmann sein würde der auf die Strecke geht, sondern Paul und Matthias mich begleiten würden, kam mir die Idee, an den beiden Läufen zuvor, den Kinderläufen, den Kindern im Ziel die Medaillen zu übereichen. Paul und Matthias waren auch sofort einverstanden, als ich sie fragte.

Der Start der ersten Läufe erfolgte mit großer Begeisterung. Die Kinder flitzen los und die Eltern feuerten an was das Zeug hielt. Wir drei Jungs und Katrin machten uns fertig und bestückten uns mit den Medaillen. Als die ersten Kids ins Ziel kamen, waren die Augen groß und die Freude riesig. Nicht das sie mit Erfolg den Lauf bestritten, sondern von einem Feuerwehrmann einem Medaille zu bekommen, ist wohl doch etwas ganz besonderes.

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Wir genossen noch ein klein wenig das leuchten der Augen, doch mussten uns ja auch schon bald wieder auf den Weg mache, um uns für unseren eigenen Lauf fertig zu machen.
So fanden wir uns selbst kurze Zeit später im Startblock wieder. Hier bekamen wir, wie es all zu oft ist, viele Blicke zugeworfen. Naja, man fällt eben auf in solch einer Uniform und Atemschutzgerät. Aber so kamen wir auch immer wieder in das ein oder andere wirklich nette Gespräch. Stellenweise vertieften wir uns so, das wir fast den Start verpassten. Aber dank der grossen Masse liefen wir dann alle gemeinsam los.
Wir drei Jungs machten uns also auf den Weg. Und da waren sie wieder, die Kids, denen wir kurz zuvor noch die Medaille umgehängt hatten. Jetzt feuerten sie uns an. Und das über die ganze Strecke der 3,3km. Immer wieder verteilten sie sich an der Strecke. Auch die Erwachsenen waren hellauf begeistert. Und so trugen sie uns förmlich über unseren Weg.
Dennoch merkten wir recht schnell das die Wärme und das Wetter im Allgemeinen uns wirklich zuschaffen machte. Die Strecke bis zur Verpflegung war gut. Nicht perfekt, aber ich lief sie. Ich machte mich ein wenig Gedanken. Woran liegt es. Denn die Hitze steigt in der Klamotte doch sehr stark. Aber es war ja ein Phänomen was ich kannte. Also Back to the Roots und konzentrieren.

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Die Leute an der Strecke machten ein aufgeben ja förmlich unmöglich. Also weiter geht’s.  Am ersten Wendepunkt angekommen ging es auf die zweite Runde. Doch die hatte es in sich. Wohl die schnelle Geschwindigkeit zu Anfang machte sich jetzt auch bemerkbar. Ach ja, der Dienst am Tag zuvor, der war ja auch noch da. So zog ich mittlerweile allein, denn die beiden Jungs waren doch ein wenig schneller, meine Meter durch den Park. Doch so kam ich dann an eine Stelle, an der mit Katrin hingegen kam. Sie wollte sehen wie es mit ging. Ist schon faszinierend, wenn der andere spürt das es einem nicht ganz so gut geht. Wir liefen ein Stück. Doch da fiel uns eine Frau auf, die auf einer Bank lag mit den Beinen oben. Auch ihr machte die Hitze zu schaffen. Da packte ich mal mein rettungsdienstliches Wissen aus und verhalf der jungen Dame mal zu ihrem Glück. Denn dem ein oder anderen muss eben mal energischer geholfen werden, denn er meint das es eigentlich doch geht, aber nach zwei Sekunden wieder flach liegt.
Nach der Versorgung lief ich dann doch noch meine Runde zu Ende. Und ich muss gestehen, das ich froh war das es rum war. Es ist für den Guten Zweck, und keiner soll sich dabei kaputt machen. Gesundheit geht eben vor.

 

Alles im allem muss ich sagen, das es ein wirklich schöner Lauf war, mit vielen Erfahrungen, Eindrücken und Erkenntnissen. Ich bin stolz ein Teil der Gruppe gewesen zu sein und hab mich riesig gefreut die Jungs mal wieder gesehen zu haben.
Unser Wiedersehen „feierten“ wie noch bei einer Pizza, bevor sie dann leider auch schon wieder nach hause mussten.

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Ich kann sagen das dieser Tag, trotz der wirklich harten Anstrengung, einer der schönsten war.

Vielen Dank an Jochen von exito für die Fotos.

 

Rennsteig – Supermarathon

Es wechseln Pein und Lust.
Genieße, wenn du kannst, und leide, wenn du musst.
(1818, Johann Wolfgang v. Goethe)

Das ist mein Mantra, was mich diesen Lauf, ja diesen Ultramarathon, begleitet hat.

JA. Ich bin jetzt Ultraläufer. Wahnsinn. Ich sitze hier und kann es eigentlich noch nicht so richtig fassen. Ich habe es getan. Ich bin ihn gelaufen. DEN Rennsteig. Darum verzeiht mir, wenn ich nicht unbedingt einen rote Faden im Blog habe. Denn ich muss selbst alles noch sortieren.

Es ist eine Leistung die ich vollbracht habe. Egal wie weit ich gelaufen bin. Egal wie lange ich gebraucht habe. Aber ich habe es geschafft. Und es ist ein unglaublich schönes Gefühl.
Wie so der Tag verlief und wo wir am Ende raus kamen, möchte ich euch in diesen Zeilen erzählen.

Es begann mit der Anreise in Katrins Heimat Thüringen. Echt schön hier. Erinnert ein wenig an den Taunus. Mit den ganzen Hügeln und Tälern, den Wäldern und Wiesen. Und auch das Wetter war uns wohlgesonnen. Am Marktplatz in Eisenach stand ein großes Zelt. Davor Tische und Bänke, auf denen sich schon die ersten Läufer mit ihren gelben Starterbeuteln niederließen. Eine recht entspannte Atmosphäre. Ruhig und gemütlich. Ich war schon etwas verwundert. Es war anders als sonst. Die Menschen hier, also die Starter, alle etwas älter. Gesetzter. Irgendwie bodenständiger. Nicht so wie sonst, wo es ein wildes Gewusel und Gerenne ist. Ein eigenes Flair sozusagen. „Das sind also alles Utraläufer“, sagte ich mir.

Auch wir holten unsere Unterlagen und genossen ein wenig die Sonne. Eine Thüringer Bratwurst musste sein, wenn man schon mal hier ist. Und bis zum obligatorischen Abendessen beim Rennsteig war auch noch etwas hin. Diese Zeit vertrieben wir uns mit nem kleinen Bummel durch die Strassen Eisenachs.
Ein paar Stunden später konnten wir sie dann endlich genießen: DIE Rennsteig-Klöße. Und ich muss sagen, für das was man sonst von Pasta-Partys kennt, war das schon was anderes. Aber definitiv nicht weniger lecker. Auch Sebastian mit Frau und Hund waren auch gekommen. Es war schön, auch ein bekanntes Gesicht zu sehen.
Jetzt aber ab nach Hause. Der Wecker klingelt früh. Zu Hause angekommen begann schon langsam das Vorabendritual vor einem Lauf. Sachen zusammen suchen, Gels und Verpflegung zurecht legen, Startnummer am Band befestigen und zu versuchen nicht zu nervös ins Bett zu gehen. Aber vor solch nem Lauf ist das leichter gesagt als getan. Denn die Nacht war doch recht durchwachsen. Ich glaube keiner kann da so richtig entspannt schlafen.

Der Lauftag begann sehr früh. 3:30h. Es ist noch dunkel und eigentlich kommt ein Gefühl von Unlust auf. Ist das etwa Lampenfieber? „Jetzt reiß dich zusammen. Du hast jetzt so lange trainiert. Jetzt gehst du da auch hin“ sagte ich mir. Auch Katrin ließ mich nicht liegen. Obwohl sie doch (denke ich) das selbe Gefühl plagte.
Die Laufsachen waren recht schnell angezogen. War Routine mittlerweile. Und auch der Rest war ja schon fertig. Jetzt nur noch zwei Brötchen schmieren für die Fahrt und los geht’s. Schließlich dann in Eisenach am Marktplatz, fiel uns als erstes der Startbogen ins Auge. Groß, Breit und Orange. Da beginnt er also: DER Rennsteiglauf. Der Beginn eines sehr langen Tages. Zum ersten mal realisierte ich das HEUTE der Tag der Tage ist. Heute ist es soweit. Vor einem halben Jahr war noch alles so weit weg. Aber jetzt stehen wir hier. Tatsächlich. Katrin wurde immer ruhiger. Ihr übliches Gefühl von Unlust vor den Wettkämpfen kam auf. Aber wir pendeln uns ja immer ein, so ab Km 5. Und ab da genießen wir dann nur noch. Und dann war er da: Der Startschuss. Wir haben 6h in der Früh und wir laufen los. Noch kurz durch Eisenach selbst und dann schon in die Wälder daneben, Richtung eigentlichem Rennsteig. Und diese knapp 7km hatten es schon in sich. Ich musste mich ja nach dem Weiltalmarathon für andere Schuhe entscheiden. So lief ich jetzt mit meinen Saucony München, die ja doch eine recht glatte Sohle haben. Was sich ein klein wenig als Nachteil herausstellte. Denn die Nacht zuvor hatte es nochmal geregnet und die doch recht erdigen Wege waren weich. Doch da das Läuferfeld noch recht kompakt ist zu Anfang, kamen wir sowieso nicht so schnell weg.
Aber der Untergrund änderte sich dann doch, als wir dann auf dem Rennsteig ankamen. Eine recht breite und geschotterte „Waldautobahn“. Und so konnten wir uns gut einpendeln und unseren Rhythmus finden. Genießen war angesagt, denn es ging uns gut. OK, etwas frisch war es noch mit 9 Grad, aber wir waren ja gut auf alles vorbereitet. Und es sollte ja auch noch wärmer werden. So zogen sich die Km dahin. Die Verpflegungsstellen waren echt gut organisiert. Es waren alle wirklich freundlich, trotz der frühen Stunde. Und auch das Angebot war wirklich reichlich. Was ich auch echt klasse fand waren Umweltzonen, die eingerichtet wurden. Mit Fahnen wurde gekennzeichnet, bis wohin man seine Becher abwerfen konnte. Doch auch da gab es immernoch den ein oder anderen, der sich nicht dran hielt. Manche lernen es eben nicht.
Die Km-Schilder flogen förmlich an uns vorbei. Und so merkten wir schon bald, dass wir uns recht schnell der 20km Marke näherten. Im Weiltal hatten wir jetzt schon unsere Problemchen. Doch jetzt lief es echt gut. Bergauf legten wir, wie eigentlich die meisten Läufer, einen strammen Gehschritt ein. Und auf der Ebene und bergab liefen wir. Eine recht gute Taktik. Wobei man ehrlicherweise dazusagen muss, das es die ersten 30km echt in sich hatten. Hier befinden sich die meisten positiven Höhenmeter. Doch so langsam näherten wir uns der „Halbzeit“. Auch hier an der Verpflegungsstelle gab es den Haferschleim, den ich ja vorher nicht kannte beim Laufen. Doch ich muss sagen, der tut echt gut. Füllt den Magen und hält lange vor. Und ein klein wenig Geschmack ist ja auch immer mit drin.

Aber so langsam begann der Körper sich zu melden. Die Anstrengung machte sich bemerkbar. Naja, schließlich laufen wir ja jetzt auch schon ein paar Stunden. Das ja dann normal. Und so langsam beginnt der Kampf. Der Kampf zwischen deinem Körper und deinem Kopf, denn man sagt das man die ersten 40-50 mit den Beinen läuft, den Rest dann nur noch mit dem Kopf. Und das merkte ich so langsam. OK, dann leide ich jetzt mal nen Moment. Da muss man eben mal durch.Gedanken wie: „Wieviele Km sind es noch? Wie schaut das Höhenprofil des Weges noch aus? Mir tut echt alles weh“ gingen mir durch den Kopf. Aber wir haben uns zu Anfang einen guten Trick zurecht gelegt. Wir zählen nur alle 10km. Somit sind es ja nur 7 und ein paar kleine. Und das lief echt gut muss ich sagen. Aber was noch besser half war eine Tatsache die wir erst am Vorabend erfuhren. Bei Km 54,8 gibt es eine offizielle Möglichkeit an der man den Lauf mit Zeitnahme und Medaille beenden kann. Und diese Tatsache nahm uns von Anfang an doch einen großen Druck. Denn in unserem Kopf geisterte immernoch der Umstand, dass wir letztendlich zuwenige lange Läufe aufgrund von Krankheit und anderen Gründen auf der Uhr hatten. Aber egal jetzt. Wir schaffen das schon. Wir haben ja ein Ziel. Und es ist ja UNSER Ziel.So machten wir immernoch einen Schritt vor den anderen. Und auch die Temperaturen stiegen. Die Sonne lachte und ich hatte echt die Möglichkeit meine Brille mal auszupacken. Also der Kopfmodus wieder auf genießen stellen. Der Rennsteig ist eine echt schöne Gegend den man bestimmt auch wandern kann. So kamen uns auch immer wieder Wanderer entgegen, oder kreuzten unseren Weg. „Ach heute ist ja der Rennsteiglauf. Na, das wäre mir ja nix“ schallte es da von einer Dame herüber. Wenn die wüsste das wir das alles freiwillig machen und Spaß dabei haben… Kann sie ja nicht wissen.

Aber auch der Kopf meldet sich wieder. Jetzt aber immer öfter. Und ich muss sagen das ich so langsam Mühe hatte mich mit ihm auseinander zu setzen. Mein Ziel sind die 55km. Und dann entscheiden wir ob wir weiter laufen. Und erst dann. Keinen Meter früher. Aber es wurde immer schwerer. Die Gedanken kreisen und fahren Karussell. Unsere Gespräche wurden weniger. Jeder war mit sich und seinem Körper beschäftigt. Und das artete langsam zur Höchstleistung aus. Völlig ungewohnt für mich. Denn wir sind jetzt schließlich über 8 Stunden Unterwegs. Ein Wahnsinn. Rückblickend stehe ich gerade noch am Start. Aber jetzt bin ich hier. Und es will und will nicht enden. Auch das Gefühl, als wir die ersten Loipen im Wald der Arena von Oberhof erreichten, war echt ungewohnt. Es war als würde alles so leicht gehen und beim nächsten Schritt war es wieder unfassbar schwer. Es war als würde der Kopf bremsen und der Körper weiter laufen. Wir verließen den Wald und sahen die ersten Gebäude. Aufhören? Weiter laufen? Aufhören, oder weiter laufen? Ich weiß es nicht. Echt nicht. Auch als wir die Zeitnahmematten überliefen und das gewohnte Piepen ertönte, war noch nichts klar.
Ich nahm mir eine Minute, ging in mich und wog ab. Für und wieder. Doch am Ende siegte bei uns die Vernunft. ENDE, wir steigen aus. Wir beenden hier und jetzt unseren Lauf. Das schönste Ziel der Welt steht in Schmiedefeld. Doch dieses Jahr noch nicht für uns. Und nein, es stelle sich kein enttäuschtes Gefühl ein, es nicht zu erreichen. Denn wir haben nur einen Körper. Und wir sind vernünftig genug um zu sagen wenn es nicht mehr geht. Und so nutzten wir diese Möglichkeit. Und so langsam realisierte ich: Ich bin ein Ultraläufer. Und ich kann es genießen.

Der Heimweg und der Abend daraufhin waren echt wunderbar. Ok, abgesehen von den üblichen Wehwehchen, die man nach solch einem Lauf eben nunmal hat. Aber auch da hatten wir schon vorgesorgt. Kompression ist echt gut für die Regeneration. Und Essen. Denn wir haben uns ja echt lange jetzt nur von Sachen ernährt die leicht rein gehen. Und so ne Bratwurst geht eben immer.

So langsam realisiere ich was das war. Es war der Rennsteig. Mit seinem eigenen Flair. Und es stimmt: Einmal Rennsteig, immer Rennsteig. Und so war es nicht verwunderlich das wir dann abends auf der Couch lagen, mit dem Handy in der Hand und plötzlich war es passiert. Halbmarathon am Rennsteig 2018.

Wir kommen also wieder.

Firefighter Stairrun Berlin

Längst schon überfällig und eigentlich auch nicht meine Art. Aber dennoch, hier ist mein Beitrag zum ersten richtigen Feuerwehrwettkampf 2017.
Dem Firefighter Stairrun Berlin.

Wo fange ich an. Ist ja jetzt schon nen kleinen Moment her.
Am Morgen des 5.5. ging es doch recht früh aus dem Bettchen. Sachen waren schon gepackt, aber wir mussten noch den Dienstwagen holen. Also ab zur Hauptfeuerwache. Atemschutzgeräte waren schon bereit und das kleine Feuerwehrauto war auch im Nu beladen. Noch schnell tanken und schon gings auf die Autobahn. Es ist immer wieder faszinierend, wenn man mit solch einem Auto unterwegs ist, einen die Leute die man überholt oder von denen man überholt wird, doch sehr komisch anschauen. Wann sieht man auch schon mal ein kleines rotes Auto mit Blaulicht auf dem Dach.
So zogen sich die Kilometer hin von Baustelle zu Baustelle, und ständig änderte das Navi die Route, weil Stau war. Aber schlussendlich kamen wir doch ganz gut durch.
Im Hotel angekommen beschlossen wir, aufgrund der doch recht langen Anreise, noch eine kleine Runde laufen zu gehen. Also Taschen aufs Zimmer, umziehen und los. Es war doch dieses Berlin, was seinen eigenen Charme hat. Menschen über Menschen und doch recht viel Verkehr. Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich nie gerne in der Stadt laufen gehe. Aber dennoch war es eine schöne halbe Stunde, um mal den Kopf frei zu bekommen.


Nach dem Laufen stand noch die Pre-Party auf dem Plan. Alte Bekannte treffen und einen kleinen Plausch halten. Aber wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigte, war es doch recht sperrlich besucht und so war das mit Freunde treffen für den Abend auch vorbei.

Der nächste Morgen hielt daraufhin aber eine kleine Überraschung bereit. Im Eifer des Gefechts hatte ich doch glatt die Sportsachen zu Hause liegen bzw. hängen lassen. Leichte Panik machte sich breit. Kurz vor dem Wettkampf sozusagen ohne Sachen da zu stehen. Ja klar, ich starte ja nicht im Sportsachen. Aber so ganz ohne Sportsachen drunter? Ich weiß ja nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, das das auch mal böse wund ausgehen kann. aber was bleibt mir übrig. Also erst mal die Startnummern holen. Bilder machen und die Lange mal sondieren. Denn die anderen Jungs die mit aus Frankfurt da waren, haben das ja alles noch nicht gesehen. Nach einer kleinen Besprechung Und Planung des Tages, galt es jetzt nur noch sich auf den eigenen Lauf vorzubereiten. und das ist an solch einer Veranstaltung schon etwas anderes als bei den üblichen Läufen. Man sieht wie die anderen Teams starten. Weiß was in deren Köpfen vorgeht, weiß wie sie sich fühlen. Und weiß was sie jetzt da vor sich haben wenn sie in dem Treppenraum verschwinden. Und die Spannung steigt von Team zu Team.


Unser Startblock war die Nummer drei. Und wie es Tradition ist, läuft der komplette Block unter Führung einer „Pipes and Drums“ Band ein. Ein Gänsehautmoment durch und durch. Was der Nervosität gerade nochmals etwas Futter gibt.
Und dann stehst du da. Mit deinem Gerät auf dem Rücken, der Maske um den Hals und dem Helm in der Hand. Und du weißt bald geht es los. Tausende Gedanken schiessen dir durch den Kopf “ Dein Teampartner läuft es das erste mal“, „Du bist der Erfahrene. Du musst ihm zeigen wie es geht. Ihn unterstützen“, „Ihr seid ein Team. Ihr kämpft gemeinsam“. Es ist ja nicht so wie bei einem Marathon, an dem man „mal“ kurz einen kleinen Schritt langsamer macht und am Ende fehlen eben 30 Sekunden oder eine Minute. hier sind es 300m zu laufen und 39 Stockwerke. Da ist keine Zeit zum ausruhen oder langsam machen. Hier gilt jede Sekunde.

Dann stehst du vorne. An der Startlinie. Du siehst die Uhr laufen. Und der Starter zeigt an wie lange du noch hast. Noch 15 Sekunden. Alles um dich herum verschwindet. Du hörst nichts mehr. Keine Ansage. Keine Menschen um dich herum. Nur DU, dein Teampartner die Uhr und der Starter.
5, 4, 3, 2, 1, .. GO. Und los geht’s. Wir laufen los. Nicht zu schnell, um nicht auf den ersten Metern das ganze Pulver zu verschießen. und dann in den Treppenraum. Die ersten Stufen hoch. Und jetzt den Rhythmus finden. Gleichmäßig Stufe für Stufe nach oben. Das zischen des Atemreglers wurde lauter. Die Atemzüge immer tiefer. Relativ zeitnah schlossen wir an den ersten Teams auf. Und überholten. Das gibt dir nochmal einen kleinen Kick. Je länger du läufst, umso kühler wird die Luft, die du atmest. Die Luft in den Flaschen entspannt sich recht schnell. Dadurch wird sie kühler, was natürlich auch seine Vorteile hat. Im 20ten Stock mussten wir den Treppenraum wechseln. Ein kurzer Lauf über den Flur des Hotels. Puls und Atmung runter bringen. Und weiter geht’s im nächsten Treppenraum. Einen Fuß vor den anderen. Immer weiter. Als wir die Zahl 30 sahen, wurden nochmal die letzten Reserven klar gemacht und einen Gang hochgeschaltet.

Und dann: noch 5, noch 4, noch 3, noch 2, noch 1 und dann das ZIEL.
Wahnsinn. Ein unglaublich geniales Gefühl. Es ist wirklich unbeschreiblich. GESCHAFFT. Das Adrenalin ist noch voll da, du hast es geschafft. Du bist oben. Und das Wichtigste war dann die Medaille zu bekommen. Und natürlich das Zielfoto darf dabei nicht fehlen. Man gratuliert sich gegenseitig, denn da oben sind sie alle gleich. Alle haben es dahin geschafft und jeder weiß was es für ein Weg war bis dahin. Aber auch als wir wieder unten waren, so warst bzw. bist du ein Teil dieser großen Familie Feuerwehr. Man kennt sich nicht aber man gehört dazu. Zusammen eben.


Als dann die Gefühle so langsam sich normalisierten, galt es dann auch schon wieder sich Gedanken ums „Aufräumen“ zu machen. Die Klamotten und Geräte wieder verstauen und erst mal duschen. Denn bis zur Siegerehrung war noch ein wenig Zeit.
Die Zeiten der Sieger in den einzelnen Klassen waren doch schon beachtlich. Und so war zum Schluss dann das ganz große Highlight das die Sieger aus dem letzten Jahr ihre Zeit um nochmlas 1 Sekunde verbesserten. In unglaublichen 5 Minuten und 41 Sekunden hatte das Team die Strecke bewältigt. Einfach der Wahnsinn.

Nach dem ganzen offiziellen Teil ging es dann aber sicher zum Gemütlichen über. Ein klein wenig durch die Stadt ziehen und bisschen was essen. Denn das kam ein klein wenig kurz den Tag über. Es würde sich für später noch verabredet auf das ein oder andere Kaltgetränk. Alles in allem war es dennoch entspannt.

Doch eines darf ich noch erwähnen: Es war schön nicht nur Feuerwehrleute Freunde und Bekannte von dort zu sehen, sondern auch „neue“ Menschen, die man bis jetzt nur virtuell kannte, zu treffen. Erwähnen möchte ich da Nadin, die kurz vorm Start mal mit dem Rad rum kam um sich das Spektakel mal anzusehen, was mich sehr gefreut hat. Aber auch Maty und Ulf, mit denen wir uns spontan zum essen trafen. Wirklich echt liebe Menschen, denen über die ich froh bin sie jetzt auch mal live gesehen zu haben. Und wer weiß, vielleicht ergibt es sich ja mal wieder.


Also alles in allem kann ich sagen das es ein sehr gelungenes und schönes Wochenende war. Mit vielem schönen Eindrücken und Erlebnissen.

BERLIN, wir kommen wieder.